Visionen

Evolutionäre Architektur
In diesem Begriff versteckt sich die Philosophie, die unsere Arbeit prägt. A priori bedeutet sie zunächst einen Widerspruch zu `gebauter Planung´: das Einkalkulieren des zeitlichen Prozesses und der damit möglich werdenden Steigerung des Ergebnisses (durch die Weiterentwicklung des ursächlichen Entwurfsmotivs). Evolutionstheorie Zuallererst: Anpassung an die Kostenspirale - Als Konsequenz sprunghaft steigender Materialverteuerung -> Einsparungen am Programm oder der Qualität einzelner Bauteile; Und auch: Unvorhersehbare Altlasten - die Planung muss kompensieren -> Lösungen finden ohne Qualitätsverlust, dabei aufgetauchte Probleme umgehen; vor Allem aber: Anpassen der Planungs- an die Bauzeit -> das bedeutet: Langfristige Planungen und Festlegungen bei Vorbestellung von Bauelementen und -leistungen mit langen Vorlaufzeiten einerseits; Adhoc- Festlegungen und just-in-time-Planung unmittelbar vor Ausführung andererseits Anpassung an verändertes Qualitätsbewusstsein -> kann heißen: Der Auftraggeber ändert gerne Form, Farbe und Struktur, wir als Architekten finden dazu den ganzheitlichen Ausdruck, der zu diesem Bauherrn passt. Diese Offenheit und Toleranz zu den ?weichen Faktoren? im prozessualen Bauen erlauben Korrekturen von Fehlern, die dem Zusammenspiel von Auftraggeber und -Auftragnehmer naturgemäß anhaften. Gleichfalls erlaubt sie auch die Anpassung der Bauherrenansprüche . Schließlich lassen sich mögliche Synergieeffekte zwischen dem Bauherren und dem Architekten in der Zusammenarbeit besser nutzen. Mit Charles Darwins Evolutionstheorie im Augenwinkel glauben wir: Dasjenige Planungsziel überlebt den Bauprozess optimal, das bei Realisierung mit maximaler Anpassungsfähigkeit ausgestattet ist. Dies meinen wir mit dem Terminus Evolutionäre Architektur.